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So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 19:28
von JM
...also ich meine damit die Blechschrauben die bei einigen PUGs die Kennzeichen an der Heckklappe befestigen,
also die bloße Schraube ins nackte Blech, schützen ja auch gleichzeitig vor Rost an der entstandenen Bohrung???
Auch ein Autolebenlang und wenn ja wie genau und in welchem Radius???
Weiß einer hier eine Seite wo der Vorgang verständlich beschrieben ist, oder kanns mir vielleicht selbst erklären...
Ich hab mich schon über das Stichwort Opferanode durch Netz geschafft,
aber speziell eine Erklärung im KFZ - Bereich nix gefunden...
Wie funktioniert so eine Opferanode am Auto???
Danke im Vorraus
JM
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 19:57
von Kai605
Also wenns Blechschrauben sind, bringen die nichts, wenn ich mich richtig an meinen Chemieunterricht erinnere. Die müssten schon aus einem unedleren Metall sein, z.B. Zink (wäre dann genauso wie bei ner Verzinkung). Aber ich hab keine Ahnung ob das so funktionieren würde. Kann auch sein dass ich hier grad den größten Mist geschrieben habe, Chemie war nie so mein Top-Fach...
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:01
von vulkanus
Ich hab zwar jetz absolut keine Ahnung was ne Opferanode sein soll... Hab den Begriff noch nie gehört.
Doch wenn man ein Kennzeichen per Blechschraube an der Heckklappe festschraubt, so bleibt zumindest ein ganz klein wenig Platz zwischen Heckklappe und Kennzeichen. Und dort könnte theoretisch etwas Rost ansetzen, da ja dort weit und breit noch kein Schraubenkopf zu sehen ist.
Oder ich ärger mich einfach nur weil so n Typ letzte Woche ne CPU runtergeschmissen hat die ich heute verbauen sollte und schreib grad bissl Scheisse *g* -> Kannte abgebrochen :|
Hm. Oder iss der Abstand dazwischen schon eher so ein Mikrokosmos dass dort kein Rost ansetzt?
mfg andy
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:04
von Mac306S16
Hi! Eine Opferanode ist ein Stück unedles Metall, das so gesehen der Korosion "zum Frass" zur Verfügung gestellt wird! Das funktioniert, weil wenn zwei verschiedene Metalle nahe beieinander liegen, immer zuerst das weniger edle angegriffen wird! Gold (Au) ist das edelste Metall und Aluminium (Al), Zink (Zn), Magnesium (Mg) und Natrium (Na) sind ziemlich unedel, also auch weniger edel als Eisen (Fe). In der Seefahrt werden bei grossen Frachtern zum Beispiel oft Zinkblöcke ins Wasser gehängt, damit diese als Opferanode die Korosion vom Schiffrumpf aus Stahl fernhalten! Durch das agressive Meerwasser sind diese Zinkblöcke nach einiger Zeit komplett zerfressen! Die verzinkte Karosserie beim Auto funktioniert nach dem selben Prinzip! Nur hält ein Auto meist länger als die verwendete Zinkschicht und der Lack hemmt die Korosion auch noch zusätzlich! Hoffe ich konnte dir etwas helfen! Sonst hätte ich dir noch zimlich viel Material zu dem Thema (hatten wir in der Berufsschule), das könnte ich dir sonst noch mailen!
Gruzz Mac
PS: Wer Rechtschreibefehler findet darf sie behalten! :-)
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:05
von Kai605
Bei ner Opferanode gehts so weit ich weiss eher darum, dass überhaupt Kontakt zwischen Anode und Kathode besteht, von wegen Elektronenübergang oder irgendsowas. Aber hast schon recht, je mehr Raum da is wo Wasser reinspülen kann, desto wahrscheinlicher isses auch dass genau das passiert.
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:11
von vulkanus
Hm. Bin nicht so der Elektroniker, aber steht nicht eigentlich die gesamte Karosserie unter Strom? Auch wenns nur die Masse ist und auch wenns eher minimal ist, aber iss doch so oder?
Da man im Endeffekt eigentlich alle Plus-Pole wieder auf die Karosserie leitet hat man dort immer ein elektrisches Feld, auch bei zwei winzig kleinen Blechschrauben die man in die Heckklappe hineintreibt. Ergo müsste doch auch die irgendwie unter Strom stehen *denk*
mfg andy
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:13
von vulkanus
Hm. Doch wenn man nun unedle Schrauben zum Befestigen der Kennzeichen verwendet... Rosten die dann nicht irgendwann durch und man verliert das Kennzeichen? *g*
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:20
von Mac306S16
Ist genau so! Geht aber recht lange! Kannst auch das Blech der Heckklappe durchrosten lassen, wenn du Schrauben aus Gold nimmst!:-) Dann ist das Nummernschild auch weg! *fg*
Bei Landrover hatten sie früher mal so ein Problem: Alukarosserieteile mit Stahlschrauben verschraubt! Die Folge war ein wunderschöner Lochfrass rund um die Schrauben rum! *fg* Hat mir ein Landrover-Fan erzählt...
Gruzz Mac
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:22
von vulkanus
Sollte man dann wohl vielleicht auf Holz umsteigen... *g*
Andererseits hilft das wohl auch wieder nix, denn dann gibts nur ein Metall. Oder ist genau das der Vorteil?
re: So ne Opferanode...
Verfasst: Mo 29.09.03 20:29
von Mac306S16
Wichtig ist, dass wenn zwei Metalle Kontakt haben, immer das unedlere zuerst rosten wird! Und dann doch lieber die Schraube! *fg* Oder beides aus dem Gleichen Metall, dann rostets gleichmässig! *fg* Bei Landrover haben sie das Problem mit Zwischenstücken aus Kunststoff behoben, die den Kontakt zwischen Alu und Stahlschraube verhindern!