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Peugeot 407: Vorstellung in der Autorevue

Verfasst: Do 18.12.03 11:32
von RCC1
Die gut gepolsterte Stilsicherheit findet ihre Fortsetzung, mit neuem Look, neuer Technik und alten Werten


Peugeots Mittelklasse ist traditionell ein Volltreffer, man muss sich nur der Historie entlanghanteln: Der 404 verkaufte sich noch fein, als er längst ein Ding aus einer anderen Welt war, der 405 schrieb die Erfolgsstory 13 Jahre später fort, und der 406 macht sich gerade bereit für ein zweites Leben als zeitloser Gebrauchtwagen, eine wunderbare Rolle.


Der 407 wird auf diese Linie einschwenken, wenn er ab Sommer zu haben sein wird. Denn sein Design ist ruhig und gelassen, aber gerade so weit voraus, dass ihn die Käufer nicht aus den Augen verlieren: Er wirkt stimmig, wie natürlich gewachsen, nur beim Fensterdesign des Break musste der Spieltrieb ein wenig aushelfen.


Die Front nimmt Peugeots Zukunft vorweg, in der nächsten Generation wird die gesamte Palette ähnliche Gesichter tragen. Assoziationen mit einem sprungbereiten Raubtier sind gewollt, daher der üppige Grill, der laut Peugeot an einen Schlund erinnern soll. Wir denken eher an den Ferrari 612, der ist auch von Pininfarina und keine schlechte Vorlage.


Die Seitenlinie hat die Proportionen neu geordnet mit langem Überhang vorne, kurzem, kräftigem Heck, der A-Säule, die direkt aufs Vorderrad zielt, und dem Abschwung der Fensterlinie.


Bemerkenswert ist die Fensterlinie auch beim SW, der hinten die Panoramascheibe zitiert und seine Heckklappe zweigeteilt öffnen lässt, was sperrigem Ladegut neue Dimensionen des hinten Raushängens verleihen wird.


Die Technik wurde durch wohldosierte Innovationen in die Zukunft geschickt, vielleicht nicht in erster Linie bei den Motoren (vorerst drei Benziner zu 2,0 l/136 PS, 2,2 l/155 PS, 3,0 l V6/211 PS und ein 2,0-l-HDi mit 136 PS und Partikelfilter, der 1,8-l-Benziner und der 1,6-l-HDi kommen nach), sondern in den Tiefen der Struktur: Der 407 ruht auf der PSA-Plattform für Mittel- und Oberklasse, an der Vorderachse (Dreiecksquerlenker übereinander) wurden durch schlaue Geometrie Lenk- und Antriebseinflüsse komplett getrennt, ein Trick aus dem Rennsport. Die Mehrlenker-Hinterachse besteht zum Gutteil aus Alu, das spart Gewicht, sofern man bei heutigen Autos (hier: ab 1415 kg) überhaupt vom Gewichtsparen reden kann, flach liegende Stoßdämpfer schlagen Gepäckraum frei. Um die Crashsicherheit kümmern sich sieben Airbags in Serie, der siebente entfaltet sich vor den Knien des Fahrers, heißt aber Lenksäulenairbag, um eine Trennlinie zu Toyotas Knieairbag zu ziehen. Airbag acht und neun, die Seitenairbags hinten, kosten Aufpreis. Beim Frontalcrash wird ein Drittel der Energie von einer zusätzlichen, unteren Lastebene erwürgt, trotzdem ist der vorderste Zipfel weich ausgelegt, um Fußgängern gute Chancen zu lassen. Weitere Sicherheits-Features: aktive Kopfstützen vorne; ein Impactor, der die Rückversetzung des Motors beim Frontalcrash begrenzt; Gurtenkontrolle am Armaturenbrett, falls sich der freche Nachwuchs im Fond heimlich losschnallen will; ESP, ABS und Bremsassistent werden bei allen Versionen dabei sein.


An Ausstattung und Extras für den österreichischen Markt wird noch getüftelt, der Materialmix innen wird jedenfalls vom Feinsten sein, und der V6 wird ausstattungsmäßig überhaupt ein Hammer mit seiner variablen Servolenkung und den getrennt elektronisch justierten Dämpfern, denen auch per Knopfdruck dreingeredet werden kann.


Ähnliche Talente wird auch der ganz spät kommende 2,7-l-V6 HDi mitbringen, wenn der Motor erst gemeinsam mit Ford fertig entwickelt sein wird.