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von beatnix » Do 17.04.03 12:21
So. Da nun zum wiederholten Mal danach gefragt wurde will ich hier mal eine Story posten, die ich 26.März verfasst habe.
Aus taktischen Gründen habe ich sie bis jetzt zurückgehalten, aber nun muss es einfach raus!
Rechtlicher Hinweis:
Das Nacherzählen von wahren Begebenheiten stellt keinen Rufmord oder üble Nachrede dar.
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1. Vorgeschichte
Ich habe mein Auto Anfang Dezember letzten Jahres nach L. (160km nördlich von Berlin) gebracht um mir den Turbo Look II dranbauen zu lassen. Man hat mir das per Sponsoring (d.h. ich fahr mit dessen Aufkleber auf Treffen) für Eur 500.- incl. Montage, Lackierung, Eintragung und MwSt. anbeboten.
2. Leidensgeschichte
Bis vor paar Wochen bin ich ein um's andere Mal vertröstet worden. Der erste Vereinbarte Fertigstellungstermin inkl. Lieferung frei Haus war übrigens der 18.12.2002. Während dieser Zeit bin ich mit immer neuen Geschichten bei der Stange gehalten worden.
Eines schönen Tages hat man mir dann mitgeteilt, dass es die "M.G." ** schon noch weiterhin gäbe, aber dass Herr J.K. ** fortan die Geschicke der "G.BC." ** steuere. Er riet mir inzugedessen vom Breitbau ab, aber ich beharrte weiter auf dessen Fertigstellung.
3. Plan B
Mit der Zeit ist es mir dann zu bunt geworden und das habe ich auch kund getan. Als Schadensbegrenzung wurde dann angeboten, mit einer zweiten Person hoch zu fahren und dann selbst Hand anzulegen damit alles endlich fertig wird. Ansich schon ein Scherz. Als zweite Person habe ich dann meinen grossen Bruder gewählt, weil er als Bootsbauer eine GFK-Ausbildung genossen hat. Sogar die Zugtickets und Übernachtungskosten wollte man für uns übernehmen. Da es dann mit den Zugtickets wie erwartet weitere Probleme gab, wollte man uns ein Mietfahrzeug zur Verfügung stellen, was auch nicht funktionerte. Dann wollten wir uns in Gottes Namen selbst ein Fahrzeug anmieten was leider auch scheiterte da ich nicht alt genug bin.
4. Stand der Dinge
In weiteren Gesprächen hat eine nun für Hr.K. eingesetzte Vertretung widersprüchliche Aussagen über den Zustand meines Fahrzeuges erwähnt, und ganz beiläufig bekannt gegeben daß meine Fahrzeugpapiere und Schlüssel einem Anwalt übergeben worden wären. Bei genauerem Nachfragen würde einmal als Grund angegeben, dass die finanziellen Interessen beider Parteien zu weit auseinander liegen würden (jetzt sollen es Eur 1.300.- statt Eur 500.- sein, das höre ich zum ersten Mal), dann wieder sei der Grund Rufmord meinerseits gewesen. Ich hätte öffentlich angegeben, dass mein Auto bereits nach Polen verkauft worden wäre. Stimmt aber nicht.
Sollte ich desweiteren nicht den geforderten Betrag zahlen würde man mein Fahrzeug verpfänden.
Nach unseren Vermutungen (denn genaueres wollte man uns par tout nicht sagen) ist der Klient des Anwaltes aber nicht die "G.BC." ** sondern wohl eine Person die Ansprüche gegenüber der Firma hat. Wieso sollte der Anwalt denn sonst die Schlüssel und Papiere haben?
5. Die erwartete Zukunft
In Händen halte ich jetzt zwei Zugtickets. Und vor mir liegt ein Fax, auf dem die Firma auf meinen Vorschlag eingeht, sich bei 1000.- Eur zu einigen. Und erstmals habe ich ein Übergabedatum schwarz auf weiß: 24.3.2003.
Wir setzen uns am Sonntag abend zu dritt (jemand anders aus dem Forum hängt auch mit drin, sein Auto steht auch oben und er hat verständlicherweise kalte Füße bekommen) in den Nachtzug, zahlen am Montag Eur 300.- an und sollen dem Anwalt irgendwas unterschreiben was sich in groben Zügen nach einer Abtretungserklärung anhörte. Sei's drum.
6. Das Ende vom Lied
Nach einer Tortour mit der DB sind wir am Montag morgen am Bahnhof Pasewalk angekommen. Abholen war wohl nicht drin, wir sollten doch bitte Bus fahren. Na gut...
Nachdem wir das Auto meines Freundes aus einem Schuppen geholt haben (exakt der Zustand in dem der Wagen geliefert wurde) sind wir dann mit zwei Autos zu der "Firma" gefahren, in der mein Auto stehen sollte. Herr J.K. war Gott sei Dank nicht dabei, sondern nur sein Helfer Herr D., der den werten Herr weiterhin verleugnete. Man führte uns ein bisschen durch die "Firma" (die im Grunde ein staatliches Berufsbildungszentrum ist) bis wir schließlich in die Garage gekommen sind wo mein komplett montierter und in Sevrugra blau lackierter Wagen stehen sollte. Tja. Leider war auch mein Auto in exakt dem Zustand wie ich es abgeliefert hatte (na gut: Batterie war noch hin, Spiegel und Frontschürze verkratzt). Nachdem ich fast zusammengebrochen wäre (Schwindel und Übelkeit in Einem) und mein Bruder einen Schreikrampf verschmerzt hatte sind wir richtig sauer geworden. Den Turbo Look Satz unmontiert könnten wir für 500 Euro mitnehmen wurde uns gesagt. Nach einem kleinen Ausraster (hab den Kotflügel schon wieder ausgedellt) und energischem Verhandeln hab ich den Bausatz dann für 100 Euro eingepackt.
Herr D. bat dann noch darum ihn heim zu fahren ins nächste Dorf, wo auch eine Tankstelle sei. Da sind wir so um 14 Uhr angekommen, Herr D. verabschiedete sich und ging seiner Wege. Wie sich später herausstellte rief mein Freund zufällig kurz nach zwei beim D. an und der gab ihm den J.K. ans Rohr, der wohl zu feige war, bei der ganzen Sache dabei zu sein. Erst alles verbocken und dann nicht dazu stehen und jemand vorzuschicken der die Drecksarbeit macht.
Nachdem wir noch meinen Fahrzeugbrief beim Rechtanwalt abgeholt hatten (der angeblich voll der Schrank sei, der schon im Knast gewesen sei und dem man nicht dumm kommen dürfe *g*), nach einer langen Fahrt und leichten Problemen mit dem GTI sind wir dann gestern Nachmittag zu Hause angekommen.
** Namen gekürzt
beatnix