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von Darkman » Fr 26.09.03 11:41
Wer seinen Wagen tunt, möchte damit auch schneller fahren. Das führt natürlich auch zu einer erhöhten Belastung der Karosseriestruktur. Eine Domstrebe schafft zusätzliche Reserven im Vorderwagen. Sie kosten um die 400 Mark und sind - passgenaue Form vorausgesetzt - zügig montiert. Im Prinzip handet es sich um eine Metallstange, mit der die beiden Dämpferdome verbunden werden. Um zu verstehen, welchen Nutzen man davon hat, bleibt einem etwas Theorie nicht erspart.
Eine Domstrebe ist im Prinzip eine Metallstange, die die beiden Dämpferdome verbindet. Foto: nm
Vereinfacht gesehen kann man sich den Vorderwagen als ein u-förmige Konstruktion vorstellen. An der unteren Achse des "U" leiten die Querlenker, die beim Carrera 3,2 über Drehstäbe mit der Karosserie verbunden sind, ihre Kraft ein. Oben sind es die Stoßdämpfer. Dieses "U" wird durch Kräfte an seinem oberen Ende zusammengedrückt. Eine Domstrebe soll dies verhindern. Das Ganze kann man sich als eine Art “Kräfte-Brücke” vorstellen, welche die einwirkenden Kräfte gleichmäßiger auf den Vorderwagen verteilt.
Vertikale und horizontale Kräfte
Vertikale Kräfte treten auf, wenn der Wagen einfedert. Das ist der Fall beim Überfahren von Straßenunebenheiten, beim Bremsen und Beschleunigen durch die Gewichtsverlagerung auf Vorder- oder Hinterachse. Ebenso federt der Wagen beim Kurvenfahren ein. Bei all diesen Vorgängen biegt sich die untere Achse des "U", so dass die oberen Enden zusammen rücken. Ein kleiner Teil der vertikalen Kräfte beim Einfedern wird auch über die Stoßdämpfer in den Dämpferdom übertragen.
Bei dieser Domstrebe handelt es sich um eine Version, die an zwei Schrauben des Stoßdämpferlagers montiert wird. Foto: nm
Die Kräfte in horizontaler Richtung wirken über Querlenker und Stoßdämpfer auf die Karosserie. Die Kräfte beim Bremsen und Beschleunigen wirken in-, beziehungsweise entgegen der Fahrtrichtung. Die Seitenführungskräfte kommen beim Kurven fahren zum Tragen. Beim Bremsen und Beschleunigen wird die Achse des "U" - von oben betrachtet - nach vorne oder hinten gezogen. Durch die Krümmung der Achse verringert sich der Abstand zwischen den Dämpferdomen.
Hier wirkt die Domstrebe wie eine zweite Achse, so dass dieser Effekt nur abgeschwächt auftritt. In Kurven wird vor allem das äußere Rad durch die Seitenführungskräfte belastet. Über dieses Rad werden deshalb die meisten Kräfte eingeleitet. Dabei wird der Dämpferdom über die Kolbenstange des Stoßdämpfers nach innen gedrückt. Der Querlenker leitet seine Seitenführungskräfte in die Achse des "U" ein und versucht sie so zu biegen.
Geschraubt oder geschweißt?
Die Wirkungsweise einer Domstrebe wird durch den Anschluss an den Stoßdämpferdom wesentlich beeinflußt. Je steifer und kraftschlüssiger die Verbindung ist, desto besser funktioniert das System der "Kräfteausgleichsbrücke". Hieraus folgt, dass ein geschweißter Anschluss einem geschraubten aus Steifigkeitsgründen vorzuziehen ist.
Hier gut zu erkennen: Vor der Montage muss die Dichtmasse an der Auflagestelle am Dämpferdom entfernt werden. Foto: nm
Wie deutlich man beim Carrera 3,2 den Einfluss einer Domstrebe beim Fahren spürt, ist umstritten. In der Regel werden sich andere Faktoren wie Fahrwerkseinstellung und Wahl der Felgen und Reifen deutlicher bemerkbar machen. So behält wenigstens der Umkehrschluss seine Gültigkeit: Schlechter wird das Fahrverhalten durch den fachgerechten Einbau einer Domstrebe nicht.
Gruß
Darkman