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von RenardTheFox » Sa 22.02.03 00:45
Also ich will jetzt net meine Lebensgeschichte ums Autofahren oder von meinen vorherigen professionellen Kartrennerfahrungen sprechen, ich werde aber ganz bestimmt keine Fahranfänger Teilnehmen lassen, deswegen verlangen wir auch eine Führerscheinkopie! 400m geradeausfahren sollte für euch von daher kein Problem sein. Und ich gehe auch weiterhin davon aus, das ihr soviel grips habt, das ihr euch net freiwillig in die autos fahren wollt. Das würde garantiert auch sonst keiner tun, weil ihm der Wagen und die darin steckende arbeit einfach zu schade ist. Oder liege ich da etwa falsch?
Also laßt uns hier keine Volksreden schwingen sondern die Aussage der Veranstaltung (siehe andere Postings) wahr machen.
Also, wollt Ihr was gutes für eine gut gemeinte Veranstaltung beisteuern?
Greetz
>ich werde dich jetzt weder schlachten noch aus dem foum verbannen...
>du hast nämlich weitgehend recht.
>nur bei einem muss ich widersprechen. es hat nix mit scheinheiligkeit zu tun.
>ich bin selber auch kein kind von traurigkeit, selbst mit meiner diesela bewege ich mich eigentlich ständig (ausnahme: 30er-zonen und sensible gebiete mit viel fussgängerverkehr etc.) über dem erlaubten.
>mir macht es auch ebensoviel spass, deutlich kräftiger motorisierte fahrzeuge auszukurven, ja - das geht auch mit einem diesel!
>AAAABER: und das ist der punkt, ich tue das nur dann, wenn die umstände es zulassen und ich niemand anderes gefährde.
>und ich höre sofort auf, wenn ich an eine grenze stosse, wo ich nicht drüber will.
>ich versuche nicht, dann eben die kurve nochmal 10km/h schneller zu nehmen, bloss weil der golf neben mir auch so schnell durchfährt. ich richte mich nach meinen eigenen grenzwerten. ich kann nicht wissen, ob der neben mir
>a: das wirklich besser liegende auto hat
>b: die strecke besser kennt als ich
>c: evtl. professioneller rennfahrer ist und dehalb in der fahrzeugbeherrschung nen ganzen tacken mehr drauf hat als ich, oder
>d: sich ganz einfach überschätzt.
>und deshalb lass ich ihn dann eben fahren.
>das mache aber eben ich, der grosse rest sagt: wenn der das kann kann ich das schon lange und wacht dann in der leitplanke steckend auf.
>um das zu verdeutlichen mal ein kurzes beispiel aus dem leben:
>auf meiner täglichen strecke von der arbeit nach hause muss ich über die autobahn. die auffahrt zum highway ist eine recht gut ausgebaute kurve, ziemlich breite fahrbahn und nicht sehr wellig. gut zu fahren mit bis zu 100 km/h bei trockener witterung.
>an diesem tag war es nass und die strasse war extrem schmutzig von vielen baustellenfahrzeugen. die letzten 8 kilometer von meiner arbeitstelle bis zur autobahn hatte ich die ganze zeit einen corrado am nummernschild kleben. es war feierabendverkehr und es ging zäh voran. aber er war ständig am drücken.
>sehr sinnvoll im stop-and-go verehr abends um halb sechs.
>die auffahrt kam und diesela gibt zunder. damals noch mit schmalen winterrädern der beachtlichen grösse 165 auf eleganten 13zoll stahlfelgen. bei knapp 70 fingen die räder an durchzurutschen. draufbleiben und gegenhalten ist die devise. der corrado hats ned so recht geschnallt. er drückte immer noch. bis er auf die rutschige fläche kam. dann drückte er nicht mehr. er drehte sich nur noch. wenn die strasse ned so breit wäre, gäbe es jetzt einen corrado weniger.
>er wollte es eben einfach nicht gauben, dass ein kleiner stinkediesel schneller um das eck geht als er mit seinem tiefergelegten alubereiften volkssportwagen...
>er hat mich dann auf der autobahn über 10 kilometer später überholt. der gesichtsausdruck des fahrers war schon witzig... das hört sich jetzt witzig an, hätte aber auch ganz anders ausgehen können.
>und eben das ist der punkt. junge unerfahrene fahrer mit masslosem selbstvertrauen. schau dir die statistiken an, bei solchen unfällen sind die piloten i.d.r zwischen 18 und 27 jahren.
>auch ich hatte meine erfahrungen zu machen. die macht jeder. aber es dauert seine zeit. und aus eigener anschauung und den erfahrungen mit anderen behaupte ich: fahrer in dieser altersklasse sind noch nicht soweit, situationen korrekt einzuschätzen und ihre grenzen nicht zu überschreiten.
>ich nehme mich selbst in diesem zeitraum auch nicht aus.
>das ist der grund, warum ich da manchmal so drüber wettere. frag leute die mich kennen, ich bin schon immer ein freund flotten fahrens gewesen, aber nicht um jeden preis.
>ich bin auch schon im formationsflug mit 4 anderen clubkameraden sonntagmittags über die landstrassen der schwäbischen alb geflogen, auf dem weg ins café tagblatt in ulm. und da war die tachonadel selten unter 160. aber nur, wenn der frontmann freies schussfeld hatte und kein anderer verkehr in sicht war.
>auch diverse bergrennen mit motorrädern und anderen schnellen hirschen können spass machen. aber nur dann, wenn man nicht sein persönliches limit überschreitet. wenn man über den punkt hinausgeht, an dem man sein fahrzeug noch unter kontrolle hat und in den bereich geht, wo das auto mit dir fährt und nicht umgekehrt ist man schon zu weit gegangen. wieviele können das aber verlässlich einschätzen?
>und rennveranstaltungen in der innenstadt hab ich noch nie für gut geheissen.
>ich hoffe das hellt die ganze geschichte etwas auf und erklärt die standpunkte.
>so, jetzt dürft ihr mich hauen:-)
>gruss
>obelix