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von Axel406Coupe » Mo 24.02.03 21:12
...was soll man darauf antworten???
Es ist schon richtig, dass logischerweise Versicherungen versuchen, einen einmal eingetretenen Schaden so gering wie möglich zu bewerten, wenn es um die Schadensregulierung geht. Das ist im Interesse der Versicherung UND auch der Versicherten. Denn die zahlen aufgrund des Schadenaufkommens auch die einer ständigen Kalkulation unterliegende Prämie.
Ich gebe dem Autor dieses Artikel ja recht, wenn er behauptet, keinen Gutachter der gegnerischen (gemeint ist die zahlungspflichtige) Versicherung ans Auto zu lassen. Wer das zulässt, ist selbst schuld. Denn jeder hat zunächst im Schadensfall (gemeint ist der Schaden, den eine andere Haftpflichtversicherung zu tragen hat) die Wahl des eigenen Gutachters (Vorsicht: Bei Vollkasko schaut das anders aus, aber davon ist ja hier nicht die Rede).
ABER:
Der Autor dieses Beitrages vermengt hier Äpfel mit Birnen. Zum besseren Verständnis kopiere ich hier die Assage nochmals rein:
"Sie schickte gleich nach dem Verkehrsunfall einen eigenen Mann als Gutachter, der dann auch prompt zu einem sehr niedrigen Ergebnis kam,
als er den übriggebliebenen Schrotthaufen bewertete."
Selber schuld, siehe oben! Das waren also die Äpfel.
Und weiter wird ausgeführt (die Birnen):
"Daß in diesem Fahrzeug ein Mensch eine halbe Stunde lang schwer verletzt unter fürchterlichen Schmerzen und Ängsten zu verbrennen
eingeschlossen war, bis ihn die dritte Feuerwehr befreien konnte,
spielte genausowenig eine Rolle wie die Tatsache, daß die Korrektur
dieser Frechheit den Geschädigten einige Recherchen und Schreiben kostete, für die sie irgendwann sehr teuer bezahlen muß."
Da auch Ihnen oder ihren Familienangehörigen, Freunden, Bekannten
jederzeit ähnliches passieren kann, sollten sie unbedingt darauf achten,
daß Sie nur einen Gutachter an Ihr Auto oder Ihren Körper lassen,
der nichts mit der gegnerischen Versicherung zu tun hat."
Lieber Autor dieses Artikels: Wollen Sie uns hier weiss machen, dass Sie glauben, dass der Gutachter für "den Schrott" auch über die Verletzungen von Beteiligten begutachtet hat??? Nicht doch. Das kann er doch garnicht, oder? Da müssten ja die verletzten Beteiligten unter den schon erwähnten unsäglichen Schmerzen weiterhin im Fahrzeug liegen, wenn das ein paar Tage später begutachtet wird. Außerdem ist er ja nur ein KFZ-Sachverständiger und kein "Körper-Sachverständiger".
Es ist doch wohl eher so: Haftungsansprüche, die aus Personenschäden herzuleiten sind, sollte man doch besser einem Rechtsanwalt übertragen. Dafür gibt es die ja schließlich.
Wenn dann die Regulierung eines Personenschadens nicht so verläuft, wie sich der körperlich Geschädigte oder dessen Angehörige das vorstellen, muss man folgendes berücksichtigen:
1. Der Ansruchsteller ist subjektiv vorbelastet (will heißen: er erwartet sich vielleicht mehr, als ihm zusteht)
2. Auch die Versicherung ist subjektiv vorbelastet (sie will logischerweise nur den entstandenen Schaden begleichen)
3. Wie in jedem Berufszweig gibt es auch unter Rechtsanwälten "Gurken", die Termine verschludern usw.
FAZIT: Der hier geschilderte Beitrag muss als subjektiv gewertet werden, weil niemand hier die Anspruchsgrundlagen, die sich aus diesem Verkehrsunfall ergeben haben (könnten) objektiv nachprüfen kann.
Was ich hier noch betonen möchte: Ich bin beileibe jemand, der die Vorgehensweise von Versicherungen (aller Art) kritisch beurteilt! Gerade deshalb, weil ich nämlich selbst in dieser Branche tätig bin!!! Aber dieser Beitrag ist mir zu einseitig und hinsichtlich seiner Objektivität nicht überprüfbar.
Und ganz zum Schluss:
Lieber Autor, ich denke nicht, dass dieses Forum hier (und auch die anderen, in die Du dies vielleicht gepostet hast) der richtige Weg ist, um zu Deiner vermeintlichen Gerechtigkeit zu kommen. Dafür gibt es andere Stellen, wie z. B. die Medien oder den neu geschaffenen Ombudsmann der Versicherungen.
Trotz allem: Mein aufrichtiges Beileid für die angesprochenen Verletzungen, die durch den Strassenverkehr hervorgerufen wurden. JEDER PERSONENSCHADEN IST EINER ZUVIEL. Das sollten alle Menschen, die sich mit Kraftfahrzeugen Mobilität verschaffen, niemals vergessen und danach handeln bzw. fahren!