Dumm gelaufen....

Die wohl interessanteste Kategorie. Ihr habt Probleme mit Eurem Peugeot? Die Werkstatt weiss mal wieder nicht weiter? Das Handbuch gibt auch nichts mehr her? Na dann, stellt Eure Frage hier rein.
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madmat
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Dumm gelaufen....

Beitrag von madmat » So 19.01.03 11:08

Ein Konstruktionsfehler lässt VW-Motoren bei Kälte kollabieren. Die Entwickler schufen Aggregate aus Aluminium - ohne sie ausreichend zu erproben.





Die Schadensbilder waren ebenso klar wie ungewöhnlich: Nach mehreren Tagen Dauerfrost streikten erstmals im vergangenen Winter reihenweise VW-Modelle. Ihr Ölkreislauf war von einer Substanz blockiert worden, die dort nicht hingehört: Eis.


Gefrorenes Kondenswasser verschloss die Leitungen des Schmiermittels. Die Technik reagierte gnadenlos: Binnen weniger Sekunden verendeten die meisten Motoren mit einem lauten Kreischen.


Etwa 5000 solcher Motorschäden, schätzt das Fachblatt "Auto Bild", seien bislang aufgetreten. VW nennt keine Zahlen und sieht bis heute auch keinen Grund für einen Rückruf.


Immer nur ein Motorentyp stirbt den plötzlichen Kältetod: der seit 1996 verfügbare kleine Vierzylinder mit 1,0 und 1,4 Liter Hubraum. Er wird in den VW-Modellen Lupo, Polo und Golf sowie in einigen Exemplaren der Tochtermarken Seat und µkoda angeboten.


Das Aggregat, dem es offenkundig am nötigen Frostschutz mangelt, ist im Prinzip ein Hightech-Exemplar. Fast alle Hersteller fertigen die Gehäuse solch kleiner Motoren aus Grauguss. Die VW-Techniker entschieden sich für ein leichteres und teureres Material: Aluminium.


Das Leichtmetall, räumte VW-Sprecher Jens Bobsien vergangenen Freitag erstmals ein, ist nach jüngsten Erkenntnissen wohl der Hauptgrund für die Eisbildung im Ölsumpf. Aluminium kühlt beim Abstellen des Motors schneller aus als Grauguss. Im Gehäuse bildet sich deshalb leichter Kondenswasser. Es sammelt sich in der Ölwanne und gefriert bei extremer Kälte.


Auch die Herkunft der Feuchtigkeit steht fest: Bei allen Kolbenmotoren dringen, vor allem während des Kaltstarts, wasserhaltige Treibstoffgase ("Blow-by-Gase") an den Zylinderwänden entlang in das Kurbelgehäuse und kondensieren dort. Wird der Motor betriebswarm, verdampft dieses Kondensat sofort wieder und entweicht als Gas durch die Gehäuseentlüftung.


Wird das Auto jedoch nur auf sehr kurzen Strecken gefahren, wird der Motor nicht warm genug, und das Kondenswasser kann ins Ölbad sickern - normalerweise nur in unproblematischen Mengen.


Aluminiummotoren jedoch sind in diesem Betriebszustand besonders empfindlich. Wegen ihrer unrunderen Zylinderbohrungen produzieren sie mehr "Blowby-Gase" und kühlen schneller aus - was die Kondensation begünstigt. Bei kleinen Baugrößen ist der Effekt umso gefährlicher, weil schon geringe Kondensatmengen die Schmierfähigkeit mindern.


Fast kein anderer Hersteller setzt Alu-Leichtmetallmotoren in kleinen Hubraumklassen ein, wo der Gewichtsvorteil ohnehin nur gering ist.


Zu den Ausnahmen zählt Peugeot. Die kleinen Alu-Motoren der Franzosen haben jedoch keine Probleme mit Eisbildungen. Die Peugeot-Techniker führen dies unter anderem auf eine gute Entlüftung zurück.



Bei VW lag genau an dieser Stelle offenbar der zentrale Schwachpunkt. Der Entlüftungsschlauch ist bei dem Wolfsburger Modell so ungünstig gelegt, dass er zuweilen komplett zufror und überhaupt keine Feuchtigkeit mehr entließ.


VW ließ deshalb bereits Ende 1999 Verbesserungen in die Serienfertigung des Motors einfließen: Der Entlüftungsschlauch wird seither elektrisch beheizt.


Extreme Kurzstrecken bei extremer Kälte, beteuert VW-Sprecher Bobsien, seien inzwischen immerhin ins Standard-Testprogramm neuer VW-Modelle eingeflossen. Alle bisher aufgetretenen Schäden sollen zu 100 Prozent kostenfrei repariert werden, allerdings nur bei eindeutig nachgewiesener Eisbildung im Ölsystem.


Genau dieser Nachweis dürfte nicht immer leicht fallen. Denn bei der Analyse des Schadens ist das Eis gewöhnlich längst geschmolzen - vor allem, wenn der plötzlich ungeschmierte Motor heiß läuft und womöglich sogar Feuer fängt.


Lupo-Fahrer Matthias Fries aus Remlingen bei Würzburg steuerte seinen Kleinwagen auf einen Autobahnparkplatz, weil Rauch aus dem Motorraum drang. Dort brannte der VW aus. Der örtliche Händler vermutete die berüchtigte Vereisung als Brandursache. Doch wenig später kamen Experten aus Wolfsburg, die das bestritten. Fries konnte es egal sein, da das geleaste Auto ohnehin voll versichert war.


Sämtliche betroffenen Modelle zu Nachbesserungen in die Werkstätten zurückzuholen, hält VW nicht für nötig. Latent lastet das Wolfsburger Management den Fehler noch immer mehr den Kunden als dem Motor an: Die Schäden, so Sprecher Bobsien, seien lediglich bei einem "ungewöhnlichen Fahrerprofil" aufgetreten.


Immerhin sollen bald alle Halter der betroffenen Fahrzeuge angeschrieben werden. Sie können die verbesserte Entlüftung auf Wunsch kostenlos nachrüsten lassen. Die Teile dafür stehen derzeit jedoch noch nicht zur Verfügung.


Sollten die Temperaturen in diesem Winter noch einmal stark sinken, können sich die VW-Händler auf einen Ansturm verunsicherter Kunden gefasst machen. Allein in Deutschland sind 78 000 Lupo und 40 000 Seat Arosa mit den kälteempfindlichen Motoren unterwegs.


Manche Händler warnen inzwischen vorsorglich mit einem schriftlichen Hinweis auf dem Rechnungspapier, der den Kleinwagenfahrern eher befremdlich erscheinen dürfte: "Kurzstrecken möglichst vermeiden."


Quelle: Spiegel

kris

ein armutszeugniss....

Beitrag von kris » So 19.01.03 12:00

...für das einst hochangesehenene "german know-how".


anscheinend färbt das in der politik praktizierte prinzip der problem-verwaltung statt problem-lösung nun auch schon in andere domänen ab, als ergebniss werden dann "....entlüftungsschläuche beheizt..." statt sie einfach richtig umzukonstruieren (wenn man sowas auf anhieb schon nicht richtig hinbekommt).


wirklich arm, was haben denn die herren entwicklungsingenieure während ihres 10-semester-studiums gemacht? gepennt oder pornos reingezogen???


kein wunder, dass deutschland am stock geht, wenn wir durch solche pfeifen das einzige verlieren, was uns an wirtschaftlichem vorsprung geblieben ist:


mehr zu wissen und zu können als andere.


tut mir leid, musste ich nur mal loswerden.


auf jeden fall, wieder ein grund mehr, keinen VW zu fahren......


grüsse, kris

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Vitez
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Schweinerei

Beitrag von Vitez » So 19.01.03 12:33

Wäre dieses Problem mit den großen Teuren Modellen, wie z.B. im Passat W8, Phaeton oder Touareg aufgetreten, hätte VW alles mögliche gemacht um diese Problem schnellst möglich zu lösen und dem teuren Kunden zur zufriedenheit zu diehnen. Die Besitzer dieser teureren VW Autos sind ja neuerdings VWs "Premiumkunden", die man schließlich auch in zukunft noch saftig abzocken will.


Aber was kümmert sich VW heute für die kleinen Kunden, die den "nur" den Preiswerten* Lupo kaufen, die vielleicht nicht so viel ihr Geld Blind und sinnlos in ihr Auto schmeissen wollen, die scheint VW vergessen zu haben/wollen.

dirk106
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re: Dumm gelaufen....

Beitrag von dirk106 » So 19.01.03 12:58

Welche kleinen Pug-Motoren sind denn aus Alu?


Mfg Dirk

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madmat
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*LOL*

Beitrag von madmat » So 19.01.03 13:22

Gegenüber wird grad ein Lupo auf den Abschlepper gezogen...ob ich mal fragen gehe ? :)

Aron
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soweit alle TUs bis auf den 1,6er wenn ich nicht irre (o.t)

Beitrag von Aron » So 19.01.03 13:56

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Martin
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TU3 gabs mit Alu- oder Gußblock. (o.t)

Beitrag von Martin » So 19.01.03 14:02

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Aron
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gudd gudd , irgen nen Haken war da doch :-)

Beitrag von Aron » So 19.01.03 14:05

ich nehme mal an das waren die Motoren mit Vergaser und so aus 205er Zeiten ?

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Martin
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Waren schon Einspritzer:-)))

Beitrag von Martin » So 19.01.03 14:08

Wenn ich nicht irre, sogar noch im 306 verbaut.


Gruß Martin

Aron
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aaah , man lernt nie aus :-) (o.t)

Beitrag von Aron » So 19.01.03 14:09

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