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von Axel406Coupe » Sa 31.05.03 19:41
Hallo Reinald,
da muss ich jetzt auch was dazu sagen:
ich habe im Novenber 1982 den Golf-GTI-Club München ins Leben gerufen (Link ist weiter unten). Bin also einer der ersten Tage. Unser Münchner Club war einer der ersten 10 überhaupt in Deutschland und hat dann in den Jahren 1984 bis 1986 den Dachverband der deutschen Golf-GTI-Clubs initiiert und ins Leben gerufen. Ich selbst war in den Jahren 1982 (das zweite Treffen am Wörthersee) bis 1992 jedes Jahr dort. Deshalb kann ich einiges dazu sagen.
Wenngleich sich unser Club schon damals und auch noch heute (ich bin immernoch Mitglied mit der Mitgliedsnummer 1) auf die Fahnen schreibt, dass keine Raserei gewünscht ist, so läßt sich das auf einem solchen Treffen, bei dem Tausende(!!!) von zumeist jungen und autoverrückten Menschen zusammenkommen nicht vermeiden, dass einige schon mal über die Stränge hauen. Davor ist kein Treffen (auch kein PUG-Treffen) gefeit. Schade, dass durch solch vereinzelt Verrückte der Sinn und Zweck eines automobilen Treffens in Frage gestellt werden kann. Denn: Das sind Einzelfälle, die in der Presse dann gerne als ausuferndes Gelage mit dem Beigeschmack des Verkehrsrowdytums dargestellt werden.
Wie schon gesagt: Ich war 11 mal hintereinander dabei und es geht und ging eigentlich allen nur darum, sich zu treffen und andere Autos anzusehen, um sich vielleicht selbst ein paar Ideen für den nächsten Winter zu holen. Das "Fachsimpeln" mit Gleichgesinnten und das Happening an sich machen den wahren Wert. Ich denke noch gerne an die Weltrekorde, die am Wörthersee aufgestellt wurden (ist ja nicht schwer, der Golf GTI ist ja schließlich Massenware).
Leider ist es mittlerweile auch so, dass ein lauter Auspuff bei Anwohnern ohne die Geschwindigkeit zu übertreten als Raserei angesehen wird. Mir ist durchaus bewußt, dass die Anrainer am Wörthersee da einiges mitmachen.
Aber jetzt im Klartext: Leider musste ich während meiner Jahre am Wörthersee (ich war da teilweise auch in die Organisation vor Ort eingebunden, immer wenn es um die Seite der GTI-Fahrer ging) miterleben, dass markenfremde Automobilenthusiasten (ich will da jetzt keine Marke aus Rüsselsheim und München besonders hervorheben) sich einen Spass damit gemacht haben, die GTI-Gemeinde ein bisserl zu provozieren. Einige fallen auf sowas dann eben doch rein und das führte dann oft zu solchen Meldungen, wie sie auf Deinem Link nachzulesen sind. Das soll aber keine Entschuldigung sein!!!! Mit der Anzahl der Teilnehmer steigt auch immer die Chance, dass ein paar Idioten dabei sind - schade für jeden Autofan, der ein Treffen mit der Motivation aufsucht, von der ich geschrieben habe und die ja auch unser Forumstreffen in Salzburg auslöste und begleitete.
Wenn ich Deinen Link genauer lese, dann stimmt mich einiges bedenklich: Die Gemeinde Reifnitz (Hauptausrichter des Golf-GTI-Treffens) erfindet jedes Jahr abenteuerliche Ideen, um den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen zu können. Diesmal eine Fußgänger-Betretungs-Gebühr. Die Gemeinde stößt sich jedes Jahr bei diesem Event gesund, aber viele dort wohnende schimpfen dann wieder jedes Jahr über diesen Event. Das ist verlogen! Sollen sie doch ihrem Bürgermeister mittels einer Bürgerabstimmung den Event künftig verbieten!
Und die Freunde von der Rennleitung machen für den Staatssäckel auch noch kräftig Umsatz (siehe Link). Ich habe selbst mehrfach erlebt, wie Besucher dieses Treffens mit 51 Km/h (gemessen) bei erlaubten 50 Km/h mit 200 ATS zur Kasse gebeten wurden und dagegen beim damaligen Bürgermeister (den Namen wiß ich jetzt auf die schnelle nimmer) im Namen aller Teilnehmer protestiert. Ohne Erfolg - man stelle sich das mal vor! Hinzu kommt - und das weißt Du als österreichischer Staatsbürger ja auch - dass die liebe Austria-Rennleitung ja auch über den Daumen schätzen darf (zumindest damals durften sie das, wie's heute aussieht, weiß ich nicht, weil ich bei meinen Fahrten ins Ötztal stets die erlaubte Geschwindigkeit einhalte) und somit der Willkür Tür und Tor geöffnet war. der meist ausländische Besucher kann sich ja schlecht dagegen wehren... Aber: Die Polizisten müssen auch in einer geeigneten Form den Anfängen wehren. Der goldene Mittelweg ist da nicht immer leicht zu finden.
Mein Fazit - und das hat jetzt nicht nur für den Wöthersee Gültigkeit:
Idioten gibt es überall und durch alle Marken hindurch. Wer mit seinem Auto die Sau rauslassen möchte, der soll das am Hockenheimring oder in Spielberg oder auf einer anderen abgesperrten Rennstrecke tun, nicht aber auf öffentlichen Strassen, wo die Gefährdung anderer nicht ausgeschlossen werden kann.
In diesem Sinne wünsche ich mir insbesonders auf den PUG-Treffen die Einsichtigkeit aller Teilnehmer. Ein PUG-Treffen soll ein Happening und ein Event sein. Beides steht als Synonym für ein friedliches und verantwortungsbewußtes Beisammensein der Teilnehmer.
Vergeßt eines nicht: Die Natur hat jedem Lebewesen die Fähigkeit für eine den jeweiligen Eigenschaften angepassten Fortbewegungsgeschwindigkeit mit auf den Weg gegeben. Nur der Mensch hat es verstanden, sich in seiner Evolution darüber zu erheben und sich schneller fortzubewegen, als die von der Natur vorgesehene Geschwindigkeit (sagen wir mal 30 Km/h).
In diesem Sinne... Und natürlich sehen wir uns in Schweifurt - leider aber erst am Sonntag.
Gruss Axel *dersichjetztdieffingerwundgeschriebenhatundhofftdassihneinpaarverstehen*