Hm.
Also meines Erachtens hast du richtig gehandelt, denn mit dem Betreten der Strasse ist sie automatisch aus dem Vertrauensgrundsatz gefallen, weshalb du sowieso bremsen/ausweichen musstest. Da Bremsen ohne weiteres möglich war, hast du völlig richtig gehandelt dass du stehen geblieben bist.
Eigentlich fällt von vornherein schon mal jeder Strassenverkehrsteilnehmer aus dem Vertrauensgrundsatz wenn er nur einen minimalen Fehler macht. Also bspw. ein Fahrradfahrer einen kleinen Schwenk macht. Da iss nix mehr mit Vertrauensgrundsatz in Hinsicht darauf dass er seine Spur hält, möglicherweise deutete dieser Schwenk einen Versuch hin, nach Links ohne Handzeichen abbiegen zu wollen und erkannt zu haben dass ihm ein Auto folgt. Genauso fällt auch ein Fussgänger aus dem Vertrauensgrundsatz der die Strasse an einer Stelle überqueren will, die nicht durch einen Schutzweg gesichert ist. Du konntest nicht wissen ob sie an der Mittellinie stehen bleibt, im selben Tempo weitergeht oder sie ein paar Schritte läuft um vor dir die Strasse fertig zu überqueren.
Das schöne ist ja, dass man sowieso als Autofahrer für alles Schuld ist. Überfahr die alte Hexe mal, glaubst die hat Schuld? Nee, denn dann kommen dir gegenüber Vorwürfe wie "sie hatte schon einen Fahrstreifen überquert, Sie hätten Bremsen müssen" über "zu hohe Geschwindigkeit (sonst wär sich Bremsen ja ausgegangen *g*)" bis hin zum Vorsatz der Tötung weil man eben nicht oder unzureichend gebremst hat könnte alles kommen
Deine Reaktion ist übrigens zu bewundern, wenn auf meinem Auto jemand rumhämmert fängt sich die eine.
<small>(ok, bissl übertrieben *g*)</small>
mfg andy