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von Red Runner » Do 03.10.02 18:09
...und muss sagen, dass es nach meinem Motorumbau die größte Geldverschwendung meines Autofahrerlebens war (ADAC-Sicherheitstraining).
Ich hatte das Training gemacht, als ich etwa 2J den Führerschein hatte und es hat mir wirklich nichts gebracht. Man sollte allerdings dazusagen, dass ich mich schon vorher aktiv mit Fahrphysik beschäftigt habe, womit ich nicht meine, das Auto in irgendwelche haarsträubende Situationen zu bringen, sondern dass ich die theoretischen Hintergründe erfasst habe.
1) Bremstraining, also Vollbremsung aus, ich glaube, 50km/h: "Sie werden feststellen, dass die meisten falsch bremsen und das Pedal gar nicht voll treten und somit wertvolle Meter verschenken". Aha, wenn er das sagt... Also beschleunigt, kurz konstant gefahren und dann rein in die Eisen. Klasse, wirklich aufregend, erschreckend allerdings, dass seine Aussage auf die anderen Teilnehmer wirklich zutraf.
2) Slalomfahren (die Pilonen wurden zum Schluss immer etwas enger): "Fahren Sie die zunächst mal mit 40km/h durch und steigern Sie sich nach und nach um 5 km/h" OK, macht ja Sinn, das ganze erstmal langsam anzufangen. Bei 60km/h immernoch kein bißchen Arbeit der Reifen im Lenkrad zu spüren, also mal nachgefragt, wie schnell wir den werden sollen. "Also wenn Sie 65km/h schaffen, dann sind Sie schon sehr, sehr gut". Ok, zum Schluss warens 72... Also entweder baut Peugeot Fahrwerke, die -deutlich- besser als die der Konkurrenz sind oder die Aussage 65 war einfach kompl daneben.
3) Auf der Gleitbahn um eine Kurve, dabei bewusst durch Einsatz von Fuß- und Handbremse falsch reagieren: Also (zu schnell) rein in die Kurve, gebremst, Auto rutscht geradeaus und das wars dann. Ach, das Auto rutscht geradeaus, wenn alle Räder blockieren? Wow! Dann nochmal rein in die Kurve, Handbremse, man dreht sich raus, naja, hat wenigstens mal Spaß gemacht :-)
4) Die Krönung des Tages, die Ausweichgasse: Nachdem ich mit 70 durch die Gasse bin und wiedermal kein Abrieb der Reifen zu spüren war, dacht ich, ok, jetzt lenkst Du mal bewusst falsch, so dass sich das Auto aufschaukelt und dann gucken wir mal, ob wir das noch abgefangen kriegen. Also rein in die Gasse, nach links ausgewichen und direkt danach schön weich nach rechts gelenkt (schöner kann man ein Auto kaum aufschaukeln lassen), Heck kommt rum, also Kupplung treten, gefühlvoll gegenlenken und.... genau, ich bin sogar noch wieder durch die Gasse gekommen.
Fazit: Wer sich ernsthaft ein wenig mit der Fahrphysik beschäftigt hat, der kann sich ein solches Training echt schenken. Die einzige Lehre, die ich daraus gezogen habe: Der Großteil der Autofahrer ist sowas von dämlich, halte bloß Abstand zu denen (nicht in der Lage, eine Vollbremsung durchzuführen, beim Lenken wird nach einer Viertelumdrehung umgegriffen, "Wenn ich zu schnell in ne Kurve fahre, muss ich die Handbremse ziehen, damit ich sie noch schaffe", "Wenn ich eine Kurve doppelt so schnell durchfahre, werden die Fliehkräfte wohl so 50% steigen" usw.)
Greetz
RR
PS: Der ganze Text hört sich vermutlich äußerst arrogant selbstherrlich an, dazu sollte ich vielleicht noch folgendes erwähnen. Der Fahrtrainer fragte ganz am Anfang die Teilnehmer, was sie den vom Training erwarten. Meine Antw: "Ich halte mich für recht fit, was die Fahrtechnik angeht und hoffe, dass mir hier und jetzt Grenzen aufgezeigt werden, bevor ich diese auf der Straße suche" und dann fahre ich den Slalom satte 7km/h schneller, als "sehr sehr gut" und das ganze auf billigen Winterreifen.......
>aber immer mit dem eigenen auto machen wäre besser